Dienstag, 19.09.2017
Haus zur lieben Hand
Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Ernst-Joachim Mestmäcker
Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht Hamburg

Wettbewerb in der Privatrechtsgesellschaft

Franz-Böhm-Vorlesung

Der Jurist Franz Böhm (1895–1977) ist neben Walter Eucken der wichtigste Begründer der Freiburger Schule des Ordoliberalismus. Er bezeichnete den Wettbewerb als das „genialste Entmachtungsinstrument der Geschichte“ und arbeitete bereits im Rahmen der Widerstandsbewegung der Freiburger Kreise einen Entwurf für ein Kartellgesetz aus. In den Nachkriegsjahren war Franz Böhm, der hessischer Kultusminister und Verhandlungsleiter für die Aushandlung des Wiedergutmachungsabkommens mit Israel war, maßgeblich an den Vorbereitungen des 1957 verabschiedeten Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen beteiligt. Das sogenannte Kartellgesetz gilt als Grundgesetz der deutschen Wirtschaft.

Der Referent

Ernst-Joachim Mestmäcker (*1926) ist Franz Böhms bedeutendster Schüler. Seine Forschungsschwerpunkte sind das deutsche, europäische und internationale Wirtschaftsrecht, mit Schwerpunkt Wettbewerbs- und Urheberrecht. Der emeritierte Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht wurde in zahlreiche namhafte Gremien und Institutionen berufen, darunter der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die EWG-Kommission für Wettbewerbspolitik und Rechtsangleichung, die Monopolkommission, deren Vorsitzender er war, sowie die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK).

Mestmäcker ist Seniormitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und wurde 1989 als ordentliches Mitglied in die Academia Europaea aufgenommen.

Presse

Darum sind Kartelle so schädlich für die Wirtschaft

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