Hayek über Deflation und Depression

Mittwoch, 08.06.2016
Liefmannhaus
Prof. Dr. Hansjörg Klausinger
Wirtschaftsuniversität Wien

Hintergrund

Im Gefolge der Wirtschafts- und Finanzkrise hat die österreichische Konjunkturtheorie erneut an Aktualität gewonnen, sowohl hinsichtlich der Analyse der Krisenursachen als auch der adäquaten Krisenbekämpfung. Ihre Positionen zum Zusammenhang von Deflation und Depression sollen anhand eines Hauptexponenten, des Nobelpreisträgers F. A. Hayek, nachverfolgt werden. Dabei wird, ausgehend von der österreichischen Definition von Deflation und Geldneutralität, insbesondere auf den Gegensatz von Kaufkraft- und Fehlinvestitionstheorien der Krise, exogene und endogene bzw. schädliche und nützliche Deflation eingegangen.

Hayeks Thesen (und deren teilweiser Widerruf in den 1970er Jahren) werden vor dem Hintergrund der Großen Depression der 1930er Jahre der monetaristischen Interpretation, die die Ursache in einer „Großen Kontraktion“ der Geldmenge sieht, gegenübergestellt. Als potentielle Konflikte werden die Fragen nach dem Primat von „Struktur-“ versus „Aggregateffekten“ bzw. der Bekämpfung der Krisenursachen versus der Bekämpfung der Krise hervorgehoben.