Erich Hoppmann

Erich Hoppmann (1923–2007) trat 1968 die Nachfolge Friedrich A. von Hayeks auf dem Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg an und war von 1970 bis 1987 Vorstandsmitgliedern des Walter Eucken Instituts.

Die wissenschaftliche Bedeutung Hoppmanns liegt auf dem Feld der Wettbewerbspolitik, zu dem er richtungsweisende Arbeiten vorlegte. Als in den 1960er Jahren in Deutschland ein marktkonformes „Neues Leitbild für die Wettbewerbspolitik“ mit Resonanz sowohl auf der Ebene der Kartellbehörden als auch des Bundeswirtschaftsministeriums diskutiert wurde, setzte er sein Konzept der Wettbewerbsfreiheit entgegen. Im Rahmen dieser grundsätzlichen Fragestellung ging es auch um die konkrete Ausgestaltung des Kartellrechts bezüglich der Missbrauchsaufsicht oder Fusionskontrolle. Hoppmann plädierte in der sogenannten Kantzenbach-Kontroverse für ein generelles Fusionsverbot.

Es waren die Hayek‘schen Erkenntnisse, die Hoppmann dazu anregten, die wettbewerbspolitische Diskussion entscheidend zu bereichern. Streitbar konfrontierte er ein wettbewerbspolitisches Leitbild, das der konventionellen neoklassischen Denktradition entstammte, mit Hayeks Vorstellungen von Wettbewerb als Ausdruck wirtschaftlicher Handlungsfreiheit und als Entdeckungsverfahren. Rückblickend auf die Debatte kann festgestellt werden, dass Hoppmanns Konzept in der deutschen Wettbewerbstheorie zum Allgemeingut geworden ist: Bei der Novellierung des Kartellgesetzes hat es die höchstrichterliche Rechtsprechung in ihre Praxis übernommen.