Phänomenologie und die Ordnung der Wirtschaft

Phänomenologie und die Ordnung der Wirtschaft. Edmund Husserl – Rudolf Eucken – Walter Eucken – Michel Foucault

Herausgeber: Hans-Helmut Gander, Nils Goldschmidt und Uwe Dathe

Würzburg: Egon Verlag 2009, 178 Seiten.

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Inhalt

Die Bedeutung der Phänomenologie für die Herausbildung der Freiburger Schule des Ordoliberalismus, die später zum Grundgerüst der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland wurde, sowie die vielfältigen persönlichen Verbindungen zwischen Edmund Husserl und Walter Eucken sind in der Philosophiegeschichte und in der Geschichte des ökonomischen Denkens lange Zeit ohne nennenswerte Beachtung geblieben.

Diese beiden, auf den ersten Blick so unterschiedlichen Pfade der deutschen Wissenschaftsgeschichte werden im vorliegenden Band zusammengeführt. In den verschiedenen Beiträgen wird gezeigt, dass Husserls Phänomenologie nicht nur für seinen jungen Freiburger Kollegen der Nationalökonomie ein wichtiger methodischer Bezugspunkt war, die Phänomenologie selbst entwickelte sich in einer spannungsvollen Nähe zu der Philosophie des Vaters von Walter Eucken, dem neoidealistischen Philosophen und Literaturnobelpreisträger Rudolf Eucken. Eine moderne Klammer findet diese historische Spurensuche durch die Arbeiten Michel Foucaults, der bereits Ende der 1970er Jahre auf die phänomenologischen Wurzeln des Ordoliberalismus hingewiesen hat. Auch seine Analysen sind Gegenstand des vorliegenden Bandes.

Ergänzt wird dieser Band durch die Veröffentlichung der Forschung bislang unbekannter Briefe von und über Edmund Husserl, die eindrucksvoll belegen, wie nahe sich die Familien Husserl und Eucken standen.

Der Band enthält in überarbeiteter Fassung die Beiträge zu der vom Walter Eucken Institut gemeinsam mit dem Husserl-Archiv der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in Freiburg durchgeführten Tagung.

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort der Herausgeber

I. Biographisches

Thomas Vongehr: „Euckens sind wieder da, verstehende und so wertvolle Freunde“ – Die Freundschaft der Husserls zu Walter und Edith Eucken in den letzten Freiburger Jahren
Uwe Dathe: „Zu sehr hatte ich mich auf die Begegnung mit dem großen Denker gefreut.“ – Walter Euckens Weg zu Edmund Husserl

II. Analytisches

Ferdinand Fellmann: Das Werk Rudolf Euckens als weltanschaulicher Rahmen für die Freiburger Phänomenologie Husserls
Jan Renker: Die Krisis der Moderne bei Rudolf Eucken, Edmund Husserl und Walter Eucken
Nils Goldschmidt: Das Reich der Wahrheit und die Lebensordnung. Welche Spuren haben Rudolf Eucken und Edmund Husserl in den Arbeiten Walter Euckens hinterlassen?
Hans Albert: Zur Wissenschaftslehre und Methodologie Walter Euckens

III. Perspektivisches

Walter Reese-Schäfer: „Man erkennt sehr leicht den Einfluss Husserls …“ – Wieweit trägt die Interpretation des Ordoliberalismus durch Michel Foucault?
Jan-Otmar Hesse und Frieder Vogelmann: Zum Begriff des Staates im Ordoliberalismus und bei Michel Foucault
Hermann Rauchenschwandtner: Wirtschaft erleben. Prolegomena zu einer phänomenologischen Ökonomik

IV. Anhang

Uwe Dathe: Neue Husserl-Briefe.
Autorenverzeichnis