B6: Die reine Theorie des Kapitals

Friedrich A. von Hayek: Sozialwissenschaftliche Denker. Aufsätze zur Ideengeschichte

Herausgeber: Erich W. Streissler; Übersetzerin: Monika Streissler, 428 Seiten

Tübingen: Mohr Siebeck 2006

(Band 6 Abt. B der Gesammelten Schriften in deutscher Sprache von F. A. Hayek)

Das Buch auf der Webseite des Verlages.

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Inhalt

Das hier erstmals auf Deutsch vorgelegte Werk aus dem Jahr 1941 kann zum einen – biographisch – als Haupt- und Schlusspunkt der konjunktur- und Kapitaltheoretischen Forschungen Hayeks gesehen werden, zum anderen – dogmengeschichtlich – als Angelpunkt in einer beinahe ein Jahrhundert währenden internationalen Diskussion kapitaltheoretischer Konzepte. Aus der österreichischen Tradition Böhm-Bawerks herkommend, entwickelt Hayek in gründlicher, auch graphisch veranschaulichter Analyse möglicher Varianten der Einsatz-Ausstoß-Struktur der Produktion im Zeitablauf eine dreidimensionale Vorstellung von Kapital und erarbeitet im Rahmen eines intertemporalen Gleichgewichtsmodells die güterwirtschaftlichen Grundlagen der Zinsbildung.

Auf den heutigen, in der Regel anglo-amerikanisch geschulten Leser kann vieles aus Hayeks Gedankenwelt neu und verständnisvertiefend wirken, wenn auch die dem Werk zugrunde liegende Idee der Knappheit realen Kapitals in gegenwärtigen westlichen Wirtschaften nicht das zentrale ökonomische Problem ist. Anwendbar und durchaus aktuell hingegen ist das Knappheitskonzept, sobald nicht von Kapital allgemein gesprochen wird, sondern spezifisch von Humankapital. Angesichts des großen Zeitbedarfs von dessen Produktion werden die von Hayek analysierten Wirkungen der Verlängerung und Verkürzung von Investitionsperioden zu entscheidungsbestimmenden Größen. Im Nachwort sichtet Erich W. Streissler die Hayekschen Annahmen kritisch im theoriegeschichtlichen Zusammenhang – durch Bezugnahme auf einschlägige Untersuchungen von Böhm-Bawerk, Schumpeter, Keynes, J. Robinson, Sraffa und Hicks.

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Inhaltsverzeichnis

 

Teil I Einführung

Kapitel 1: Der Gegenstand der Untersuchung
Kapitel 2: Gleichgewichtsanalyse und Kapitalproblem
Kapitel 3: Aussagekraft der Analyse in realen Größen
Kapitel 4: Das Verhältnis dieser Untersuchung zu den gängigen Kapitaltheorien
Kapitel 5: Das Wesen des Kapitalproblems
Kapitel 6: Die Dauer des Produktionsprozesses und die Lebensdauer von Gütern: Einige Definitionen
Kapitel 7: Kapital und “Subsistenzmittelfonds”

Teil II: Investitionen in einer einfachen Wirtschaft

Kapitel 8: Ausstoßfunktion und Einsatzfunktion
Kapitel 9: Der kontinuierliche Produktionsprozeß
Kapitel 10: Die Stellung dauerhafter Güter in der Investitionsstruktur
Kapitel 11: Die Produktivität von Investitionen
Kapitel 12: Die Planung eines konstanten Ausstoßstromes
Kapitel 13: Zinseszinsen und Verzinsungsenergie
Kapitel 14: Die Grenzproduktivität der Investition und der Zinssatz
Kapitel 15: Einsatz, Ausstoß und Kapitalbestand in Wertgrößen
Kapitel 16: Das Grenzwertprodukt der Investition: das Zurechnungsproblem
Kapitel 17: Die Zeitpräferenz und ihre Auswirkungen bei konstanten Investitionserträgen
Kapitel 18: Zeitpräferenz und Produktivität: ihre relative Bedeutung

Teil III Kapitalistische Produktion in einer Wettbewerbsgesellschaft

Kapitel 19: Die allgemeinen Gleichgewichtsbedingungen
Kapitel 20: Die Akkumulation von Kapital
Kapitel 21: Die Auswirkung der Kapitalakkumulation auf Produktionsmengen und relative Preise verschiedener Güter
Kapitel 22: Die Anpassung der Kapitalstruktur an vorhergesehene Veränderungen
Kapitel 23: Die Auswirkungen von unvorhergesehenen Veränderungen, insbesondere Erfindungen
Kapitel 24: Die Mobilität des Kapitals
Kapitel 25: “Sparen”, “Investieren” und “Kapitalaufzehrung”

Teil IV Der Zinsatz in einer Geldwirtschaft

Kapitel 26: Faktoren, die den Zinssatz kurzfristig beeinflussen
Kapitel 27: Langfristig wirksame Einflüsse auf den Zinssatz
Kapitel 28: Zinssatzunterschiede: Schlußfolgerungen und Ausblick

Anhänge

Anhang 1: Zeitpräferenz und Produktivität
Anhang 2: Die „Umwandlung von Umlaufkapital in Fixkapital”
Anhang 3: „Nachfrage nach Gütern ist nicht Nachfrage nach Arbeit“ im Gegensatz zur Lehre von der „abgeleiteten Nachfrage“

Bibliographie Nachwort des Herausgebers von Erich W. Streissler Namenregister Sachregister