Das Profil des Instituts

Das Walter Eucken Institut ist ein Kompetenzzentrum für ordnungspolitische und ordnungsökonomische Grundlagenforschung und steht in der Tradition der Freiburger Schule. Es wurde am 11. Januar 1954, vier Jahre nach dem Tode Walter Euckens durch einige seiner Freunde und Schüler geründet. Als unabhängige Einrichtung betreibt das Institut wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Forschung in der Tradition der Freiburger Ordoliberalen Schule. Dabei sind Fragen nach der Erhaltung und Weiterentwicklung einer marktwirtschaftlichen Ordnung Schwerpunkt der Untersuchungen. Zweck des Instituts ist es, diese Untersuchungen auf die praktische Umsetzung der Wettbewerbsordnung auszurichten und ordnungspolitisches Denken in die öffentliche Diskussion einzubringen. Mit seinen Aktivitäten wie Vorträgen, wissenschaftlichen Tagungen und Veröffentlichungen möchte das Walter Eucken Institut die Grundlagen und Prinzipien einer solchen Ordnung in der Öffentlichkeit verdeutlichen und somit das Verständnis für wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge fördern.

Walter Eucken starb im Januar 1950, nur wenige Monate nach Gründung der Bundesrepublik. In den ersten Nachkriegsjahren beriet er die Militärregierungen der Westmächte hinsichtlich der wirtschaftspolitischen Ausrichtung des westdeutschen demokratischen Staates. Die Entscheidung für die von Eucken geforderte marktwirtschaftliche Ordnung war zu dieser Zeit sowohl innerhalb der großen Parteien als auch unter der Bevölkerung durchaus umstritten.

Vor diesem Hintergrund betrieben wissenschaftliche Weggefährten und die Familie Walter Euckens – allen voran seine Frau Edith Eucken-Erdsiek – die Gründung eines Walter Eucken Instituts, in dessen Satzung die „Untersuchung von Problemen, die für die Erhaltung und Weiterentwicklung einer marktwirtschaftlichen Ordnung von grundsätzlicher Bedeutung sind“ als Vereinszweck definiert wurde. Wirtschaftsminister Ludwig Erhard, der für die Weichenstellung in Richtung einer marktwirtschaftlichen Ordnung kämpfte, unterstützte den Gründungsprozess des Instituts entscheidend. Auch Persönlichkeiten wie Alfred Müller-Armack, Wilhelm Röpke und Alexander Rüstow, die bis heute für das System Soziale Marktwirtschaft stehen, waren als Gründungs- oder Kuratoriumsmitglieder dem Institut verbunden.

Von Beginn an hatte das Arbeitskonzept des Instituts zwei tragende Säulen: Zum einen wurden Forschungsarbeiten zu aktuellen ordnungspolitischen Fragestellungen durchgeführt, meist im Rahmen von längerfristig angelegten Auftragsarbeiten und laufenden wirtschaftspolitischen Beratungsaufträgen für das Bundeswirtschaftsministerium. Zum anderen schuf man ein Diskussionsforum für ordnungstheoretische und ordnungspolitische Fragestellungen. Für diese Vorträge oder wissenschaftliche Konferenzen konnten stets namhafte Referenten gewonnen werden, deren Beiträge häufig in den institutseigenen Reihen beim Mohr Siebeck Verlag publiziert wurden.

Durch die systematische Verbindung der Freiburger Schule mit der evolutorischen Ordnungsökonomik Friedrich A. von Hayeks und der modernen Konstitutionenökonomik James M. Buchanans weist das Walter Eucken Institut Lösungswege für aktuelle tagespolitische Fragen sowie zur nachhaltigen Gestaltung der Sozialen Marktwirtschaft auf. (Diese Verbindung bestand auch personell: Nobelpreisträger Friedrich A. von Hayek war von 1964 bis 1970 Vorstandsmitglied und ab dann bis zu seinem Tod im Jahr 1992 Ehrenpräsident des Instituts. Von 2003 an hatte James M. Buchanan († 2013), ebenfalls Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, dieses Amt inne.) Die moderne Ordnungsökonomik soll dabei nicht als rein nationale Lösung für Deutschland verstanden werden, sondern vielmehr im europäischen und internationalen Bereich wertvolle Beiträge zur Neuen Institutionenökonomik, zur ökonomischen Theorie der Politik sowie zu einer empirisch fundierten Finanzwissenschaft liefern.


 

In der Imagebroschüre des Walter Eucken Instituts finden Sie weitere Informationen zur Geschichte des Instituts. Die Broschüre entstand 2014 anlässlich des 60-jähringen Bestehens des Instituts. Hier finden Sie das PDF zum Dowload.