Diskussionspapier zu Euckens und Schumpeters Konjunkturtheorien

In den Jahren 1939 und 1940 erschienen kurz nacheinander zwei Hauptwerke der theoretischen Nationalökonomie: Joseph Schumpeters Business Cycles und Walter Euckens Grundlagen der
Nationalökonomie. Während Schumpeter (1883-1950) in den Business Cycles seine Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung mit seinen Forschungen zum langwelligen Konjunkturverlauf
verband und einen regelmäßigen Verlauf langwelliger innovationsbezogener Wirtschaftszyklen von ca. 55 Jahren herausarbeitete, erklärte Eucken (1891-1950) zum Thema wirtschaftliche
Entwicklung: „Es gibt keinen Normal-Zyklus der Konjunktur“. Im Besondern übergeht er den von Schumpeter 1911 eingeführten Ansatz, ausdrücklich zwischen Wachstum und Entwicklung
zu unterscheiden und reflektiert anstelle von Entwicklungen allgemein wirtschaftliche Veränderungen.
Nimmt man noch seine konjunkturtheoretische Position hinzu, wonach wirtschaftlich endogene Faktoren konjunkturell genauso ausschlaggebend sind wie exogene, dann ist der Eindruck
nicht abzuweisen, dass Eucken an der besonderen Entwicklungsvorstellung Schumpeters gleichsam vorbeigeht und er dessen Innovationstheorie nicht rezipiert. Weiter…