Daniel Nientiedt erhält Hayek-Preis der Uni Freiburg

Dr. Daniel Nientiedt hat für seine Dissertation “Five Essays on the Ordoliberal State” den Friedrich-August-von-Hayek-Preis der Uni Freiburg verliehen bekommen. Der Preis wird von der Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftlichen Fakultät für hervorragende Dissertationen oder Diplomarbeiten vergeben. Stifter ist die Deutsche Bank.

Aus der Broschüre “Die Nachwuchsförderpreise 2020” der Uni Freiburg:

“Diese Dissertation beschäftigt sich mit der Rolle des Staates im Denken der frühen Ordoliberalen. Die Mitglieder der Freiburger Schule der 1930er und 1940er Jahre betonten die wichtige Rolle des Staates bei der Schaffung einer funktionierenden Marktwirtschaft. Die vorliegende Arbeit untersucht offene Fragen in Bezug auf das Handeln des ordoliberalen Staates und seine politische Legitimation.

Die Freiburger Schule war eine Forschungs- und Lehrgemeinschaft von Volkswirten und Juristen an der Universität Freiburg. Sie wurde von Walter Eucken und Franz Böhm gegründet. Die  Schule ist heute vor allem für ihr wirtschaftspolitisches Programm bekannt. Im ersten Teil dieser ideengeschichtlichen Dissertation wird die Frage untersucht, woher der ordoliberale Staat seine politische Legitimation bezieht. Drei Aspekte kommen zur Sprache. Kapitel 1 beschreibt Euckens Verhältnis zur Demokratie und wendet sich gegen die Interpretation, dass er einen „autoritären
Liberalismus“ vertritt. Kapitel 2 fragt nach der Rolle von Ökonomen als politische Berater. Es wird gezeigt, dass Eucken in seinen erkenntnistheoretischen Schriften für das wissenschaftliche Ideal der Wertfreiheit eintritt. Kapitel 3 charakterisiert Böhm als einen Naturrechtler im juristischen Sinne, der aber dennoch die Wettbewerbsordnung nicht durch Verweis auf höheres Recht begründen möchte. Der zweite Teil der Dissertation diskutiert die Rolle des Staates im Ordoliberalismus im Vergleich zu anderen wirtschaftspolitischen Schulen. Kapitel 4 veranschaulicht anhand eines
historischen Briefwechsels die Unterschiede zwischen Ordoliberalismus und Laissez-faire Liberalismus. Zusätzlich wird die Haltung der Ordoliberalen zur Wirtschaftspolitik des Nationalsozialismus analysiert. Kapitel 5 ist dem Verhältnis von Ordoliberalismus und Keynesianismus gewidmet. Es wird argumentiert, dass Euckens Ordnungspolitik und Keynes’ Wirtschaftspolitik grundsätzlich kompatibel sind.”

Ansprechpartner

Dr. Daniel Nientiedt

Telefon: